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Am 25.August 1835 begann der "Mondschwindel" in ,,The Sun" unter dem vielsagenden Titel: "Great Astronomical Discoveries Lately Made By Sir John Herschel At The Cape Of Good Hope (Kürzlich gemachte, große astronomische Entdeckungen des Sir John Herschel am Kap der Guten Hoffnung)" In der Einleitung zum Mondschwindel äußerten die Herausgeber, vermutlich nichtsahnend, ihre Freude darüber, dass sie ihren Lesern die Story exklusiv präsentieren konnten. Sir John Herschel wurde darin vom Autor ein Teleskop angedichtet, über das er sich sehr gefreut hätte, wenn man es damals tatsächlich zur Verfügung gehabt hätte. Es sollte u.a. Objekte auf dem Mond mit solcher Schärfe sichtbar machen, wie wenn man einen Gegenstand in 100 Yards (=91,4 Meter) Entfernung beobachtet. Das Fernrohr hätte einen Spiegeldurchmesser von gigantischen 3840 m haben müssen, um eine derartige Auflösung erzielen zu können. Derartiges ist selbst heutzutage mit den beiden größten erdgebundenen Teleskopen, dem 5m-Spiegel auf dem Mount Palomar/USA und dem 6m-Spiegel im Kaukasus unmöglich, da den Geräten nicht nur Grenzen hinsichtlich des Auflösungsvermögens, sondern in erster Linie der Luftbeschaffenheit (Seeing) gesetzt sind. Die Beschreibung dessen war außerdem mit einem Vokabular gespickt, das es erst einmal gar nicht gab und so verwirrend aufgezogen, dass jeder unbedarfte Leser schon aufgrund dieser Tatsache annehmen musste, von der größten Sensation des Jahrhunderts berichtet zu bekommen. Locke berichtete, dass Herschel mit seinem Teleskop nicht nur Planeten in benachbarten Sternsystemen beobachtete, das Rätsel über die Natur der Kometen entschlüsselt habe. Dies seien erste, noch nicht veröffentliche Beobachtungsergebnisse, die im angesehenen Edinburgh Journal of Science in Kürze erscheinen sollten. Locke stellte sich als guter Freund Herschels dar, der die Geschichte exklusiv für sein Blatt herausbringen durfte und Einsicht in die Originaldaten der Beobachtungen Herschels hatte. Nur weil die Royal Society besonders gründlich sei, würde sich die Veröffentlichung des gesamten Berichtes noch etwas verzögern. Lockes Essay sollte sozusagen einen Vorabdruck darstellen. Während dessen füllten sich die Kassen des Verlagshauses von ,,The Sun", die am Tage der Erstveröffentlichung vom ,,Mondschwindel" eine Auflagenhöhe von 12.000 Exemplaren annähernd restlos verkaufte. Schon am Tage darauf befasste sich der Autor in seiner phantastischen Story eingehend mit dem Mond, der ohnehin den Kernpunkt seiner Ausführungen bildet, obgleich Herschel am Südhimmel mehr Sterne und Nebel beobachtete, anstatt sich dem Erdtrabanten zu widmen. Den konnte er auch in England ausreichend studieren. Richard A. Locke berichtete zunächst über verschiedene Gesteinsformationen, die Herschel angeblich so deutlich gesehen haben soll, dass man erkennen konnte, ob ein Felsen mit Rissen überzogen war oder nicht. Außerdem soll er durch das Fernrohr eindeutig Kornfelder, Tannenwälder, grüne Ebenen und herrlich blaue Binnenmeere gesehen haben, die von paradiesisch schönen Stränden von weißer Farbe umrahmt waren. Spätestens an diesem Punkt hätten Wissenschaftler, die die Geschichte aufmerksam verfolgten, da sie die einzige Informationsquelle über Herschels Arbeiten am Kap der Guten Hoffnung bildete, einhaken und erkennen müssen dass sie einem Schwindler aufsaßen. Denn schon seit Galilei war bekannt, dass der Mond keine Lufthülle wie die Erde besaß, da sonst die Schatten der Mondberge nicht so tiefschwarz wären, wie man sie beobachtet hatte. Das Streulicht einer Lufthülle sorgt nämlich dafür, dass auch in den hintersten Winkeln zumindest ein bisschen Licht einfällt. Und eine Atmosphäre wäre zudem vonnöten, um die Existenz von Tannenwäldern, Kornfeldern und grünen Ebenen plausibel erklären zu können. Um dem pseudoromantischen Eindruck der sich so offen darbietenden Mondoberfläche abzurunden, wurden pyramidenförmige Bauwerke von monumentaler Größe (18 bis 24m Höhe) und gotterhabenem Aussehen am Rande des großen Binnenmeeres sowie mit roten Blumen überwucherte Granitsäulen beschrieben. Dazwischen grasten bisonähnliche Tiere, die, noch ungestört von Menschen, in freier Wildbahn lebten. Auch ein blaufarbenes Einhorn soll Herschel beobachtet haben. |
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